Veranstaltungsreihe: Feministische Kritik Heute


Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung NRW und dem Referat für politische Bildung, ASTA FH Düsseldorf

Karina Korecky “ – “Judith Butler und die uneigentliche Erfahrung – zur Kritik des Poststrukturalismus”
30.10.2013 – 19:00 Uhr – Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Universitätsstr. 40225 Düsseldorf, Gebäude 24.21 Raum 182

Dass die Poststrukturalisten voraussetzen, was sie kritisieren oder verwerfen, nämlich Tradition, Identität, Geschichte, Sinn und Handlungsziele, haben schon so viele Schlaumeier geschrieben, dass es kaum der Wiederholung wert ist. Das poststrukturalistische Denkgebäude fällt trotz dieses grundlegenden – und zutreffenden – Einwands nicht in sich zusammen, was vermuten lässt, dass es (wie jede andere Theorie auch) seine Evidenz nicht aus sich heraus bezieht. Dem poststrukturalistischen Denkgebäude insofern Irrtümer und logische Fehlschlüsse, gar Nicht-Übereinstimmung mit dieser oder jener und der eigenenTheorie, nachzuweisen, ist eine einigermaßen sinnlose Übung. Zu fragen wäre vielmehr nach dem „Erfahrungsgehalt dieses Denkens“ (Peter Bürger), oder anders: danach, welchem gesellschaftlichen Bedürfnis es entspricht. Für den Feminismus besteht die Attraktivität des poststrukturalistischen Denkens genau in dessen Infragestellung von Wahrheit, Subjekt und Einheit. Die patriarchale Souveränität des strahlenden Subjekts als voraussetzungsreich auf Kosten der Frauen konstituiert anzugreifen, ist ein zentrales Moment feministischer Gesellschaftskritik und darin trifft sie sich, bei allen Differenzen, mit einem den Poststrukturalismus motivierenden Impuls. Dieses Zusammentreffen wahrzunehmen, verbietet eine Form der Kritik am poststrukturalistischen Denken, die in Reaktion darauf ihrerseits bloß auf Wahrheit, Subjekt und Einheit pocht. Aus feministischer Perspektive sollte deshalb dem Poststrukturalismus nicht sein Verzicht auf die Konstatierung von Wahrheit, sondern von gesellschaftlicher Unwahrheit vorgeworfen werden. Versucht wird das im Vortrag an Judith Butlers „Doing Gender“.

Barbara Umrath – “Zwischen Vereinnahmung und Eindimensionalität – Feministische Kritik und die List der Geschichte”
12.11.2013 – 19:00 Uhr – Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Universitätsstr. 40225 Düsseldorf, Gebäude 24.21 Raum 182

Feministische Forderungen haben seit geraumer Zeit Einzug in den politischen Mainstream gehalten – und damit nicht zuletzt Diskussionen ausgelöst, ob es sich hierbei um späte Erfolge der Neuen Frauenbewegung oder nicht eher eine Art „feindlicher Übernahme“ feministischer Positionen handelt. So spricht die Philosophin und Politikwissenschaftlerin Nancy Fraser von einer „Vereinnahmung“ und „Umdeutung“ feministischer Kritik. Im Vortrag soll diskutiert werden, wie es zu einer solchen Umdeutung feministischer Positionen kommen konnte und wie diese in Zukunft zu verhindern ist. Zentrale These ist, dass der Feminismus nur dann seinen gesellschaftskritischen Impuls zurückgewinnen kann, wenn er sich wieder stärker politisch-ökonomischen Entwicklungen zuwendet.

Zur Referentin: Barbara Umrath hat Erziehungswissenschaften, Psychologie und Soziologie an der Universität Augsburg und der New School for Social Research, New York studiert. Sie ist Kollegiatin im Graduiertenkolleg „Geschlechterverhältnisse – Normalisierung und Transformation“ der Universität Basel und arbeitet an einer Promotion zu Geschlecht und Kritischer Theorie.


Die Veranstaltungsreihe auf Facebook

(Der Veranstalter schließt Personen oder Personenkreise aus dem rechten politischen Spektrum, Nationalist*innen, Patriot*innen, Rassist*innen, Antisemit*innen, Antiziganist*innen, Sexist*innen, LGBTI-Feinde, sowie Personen und Personenkreise, die den eben genannten Einstellungen nahe stehen, von der Teilnahme an allen hier genannten Veranstaltungen gemäß $6 Abs.1 VersammlungsG. aus.)

Veranstaltung VI

Veranstaltung VI

Veranstaltung V

Diesmal ohne Flyer, aber nicht minder interessant:

24.4.2012, 19.30 Uhr
Paul Mentz: Philosophie im Angesicht der Verzweiflung – Einführung in Adornos negative Moralphilosophie

“[…] despite the fact that Adorno did not produce a work of moral philosophy, his oeuvre as a whole is driven by an ethical vision, and hence that in order to do justice to his philosophy it is necessary to disentangle and elaborate the always presupposed ethical contours of his thought.“ (J.M. Bernstein)

Der Stellenwert der Moralphilosophie für Adorno lässt sich nicht ohne weiteres beantworten, da dieser selbst keine explizite Ethik ausformuliert hat. Dass Adorno sich den Fragen der Moralphilosophie in zwei Vorlesungen ausführlich gewidmet hat, lässt aber auf die Bedeutung moralphilosophischer Fragestellungen schließen. Ausgangspunkt der moralphilosophischen Reflexionen Adornos ist die grundlegende These der Dialektik der Aufklärung, dass die Emanzipation vom blinden Naturkreislauf und damit die Subjektwerdung des Menschen auf einem Prozess der fortschreitenden Rationalisierung beruht, welcher die Herrschaft über die innere und äußere Natur des Menschen blind reproduziert und so dazu beiträgt, Leid hervorzubringen. Es stellt sich daher die Frage, wie eine Moralphilosophie auszusehen hat, die angesichts der herrschenden Unfreiheit auf die Herstellung der Autonomie des Subjekts insistiert und zugleich das Einverständnis mit dem Leiden aufkündigt.
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Flyer IV

Flyer III